1144 Emundrode
1254 Emunderode
1265 Emunderade
1268 Emuntrode
1288 Emunderade
1288/89 Emuthrode
1291 Emuntrode
1383 Emenroide
1469 Emenraed
1666 Emeradt
in der Folge Immerath
1168 Lutzelenrode
1265 Lutzelinrode
1268 Lottelenrode
1276 Lutcelenrode
1288 Lutzelrade
1447 Lutzroide
1651 Lützerath
Namen für Pesch
1265 Werencenrode
1288 Werencenrade
1288/89 Werecherode
1315 Wenzenrode
1345 Weritzenrade
1427 Weretzenrode
1645/46 Werretsrath
1688 Pesch (aus dem lateinischen stammender Name für Weideland)
Einwohnerzahlen von Pesch:
|
1767 |
1819 |
184 |
1871 |
1895 |
1905 |
1961 |
1970 |
|
120 |
234 |
240 |
243 |
198 |
256 |
212 |
230 |
Einwohnerzahlen von Immerath:
|
1767 |
1799 |
1818 |
184 |
1871 |
1895 |
1925 |
1939 |
1961 |
1970 |
|
399 |
495 |
733 |
798 |
845 |
1049 |
1307 |
1309 |
1216 |
1192 |
Einwohnerzahlen von Lützerath:
|
1801 |
1820 |
1871 |
1895 |
1905 |
1961 |
1970 |
|
75 |
87 |
84 |
91 |
86 |
68 |
105 |
Geschichte
Haus Immerath war nordöstlich der Kirche gelegen und von Gräben und Wällen
umgeben; es war im hohen Mittelalter Stammsitz des gleichnamigen
Rittergeschlechtes .
53 v. Chr. - ca. 450 n. Chr.: römische Herrschaft
Beim
Ausschachten eines Brunnens auf dem Grundstück Kirchstr. 12 stießen 1953
Arbeiter in 4 m Tiefe auf römische Gefäße und Ziegel. Etwa 1.500 m südlich vom
Ortszentrum von Immerath in der Nähe der Gemarkungsgrenze von Titz befindet sich
ein größerer römischer Siedlungsplatz. Auf diesem wurde jahrelang Scherben und
Dachziegel aufgelesen, um damit die Karrenspuren der Wege aufzufüllen. Etwa 1800
m südöstlich von der Kirche von Immerath, westlich von der Straße von Jackerath
nach Garzweiler stecken in einem Acker ausgedehnte römische Siedlungsreste.
Zwischen Pesch und der A44 soll nach Angabe mehrerer Bauern ein
Ziegelplattenbelag im Boden stecken.
10.- 13 Jh.: fränkische Landnahme
Familien- und truppweise Landnahme mit Gründung von Einzelhofsiedlungen, deren Bezeichnung sich aus dem Wort "reod" = Rodung und dem Rufnamen des Siedler zusammensetzte:
Emundrode
= Rodung des Emund
Werencenrode = Rodung des Werenken oder Werenchen
Lutzelenrode = Rodung des Luzelin
Der Name Lützerath entstand auch in anderen Gegenden. So stoßen wir nördlich von
der Mosel in der Eifel auf die benachbarten Orte Immerath und Lützerath. Dies
ist merkwürdig, weil auch unser Lützerath bei Immerath liegt.
1794-1814: französische Fremdherrschaft
Mairie
Immerath mit den Orten Immerath, Lützerath, Pesch, Holzweiler und Spenrath sowie
den Höfen Eggerath, Roitz und Weyer
Rue de Holzweiler = Freiheitstrasse
1816-1835: preußische Bürgermeisterei Immerath (s. o. ohne Spenrath)
ab 1848 bis 1. Weltkrieg: Spezialgemeinde Immerath
Das Bürgermeisteramt, das bis zum 1. Weltkrieg aus 2 Räumen bestand, befand sich
in der Schule zu Immerath. Die Bürgermeisterei beschäftigte einen Polizeidiener,
der gleichzeitig Gemeindediener von Immerath war. 1856 stellte sie einen
Feldhüter ein, 1909 einen Bürgermeister - Sekretär und 1911 zusätzlich eine
Verwaltungsgehilfen. Die Orte Pesch und Immerath besaßen 1874 je einen
Nachtwächter.
1935: Bildung des Amtes Holzweiler
1972: Auflösung des Amtes Holzweiler mit Eingemeindung auch von Immerath in die
Stadt Erkelenz
*********
Bedeutende Höfe
Fuhrmanns- oder Goebelshof (ehemaliger Immerather Fronhof): geht mindestens zurück bis ins 13 Jh. Der ehemalige Immerather Fronhof war 1799 im Besitz der Eheleute Adolf Fuhrmann und Johanna Pomp,. In die Vorderfront des Wohnhauses sind Eisenanker mit den Buchstaben A(dolf) F(uhrmann) J(ohanna) P(omp) eingelassen. Die heute noch stehenden Hofgebäude stammen aus dem Anfang des 19. Jh.
Göbbels- oder Coenenhof (wurde 1781 von den Eheleuten Johann Göbbels und Maria Kamps errichtet). Der Landwirt Werner Coenen heiratete die Tochter Caecilia Göbbels. Das Gut ist noch heute im Besitz der Familie Coenen. Der 2. Göbbelshof lag neben dem vorigen an der Rurstraße.
Der Schillings- und Krapollhof lag an der heutigen Jackerather Str. Der spätere Bürgermeister Conrad Krapoll hatte in den Schillingshof eingeheiratet. Nach Conrad Krapoll (gest. 1827) stellte die Familie noch weitere Bürgermeister: ab 1831: Hermann Joseph Krapoll und ab 1877: Albert Krapoll. Heutiger Kindergarten.
Der Schopenhof an der Lützerather Straße
Der Statthalter-, Linges oder Heinrichshof an der Pescher Str. (heute Josef-Haus).
Der Helpensteinhof (die Familie besaß später u. a. auch den Wachtmeisterhof in Lützerath)
Der freiadlige Neuwerker- oder Paulshof in Lützerath
Das Benediktinerinnen-Kloster Neuwerk (vor 1135 gegründet) erwarb schon sehr früh einen Hof in Lützerath. Der Landwirt Peter Pesch erwarb den Hof 1951 und errichtete 1952 das heutige Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude. Von den alten Gebäuden ist nichts erhalten geblieben. Auf dem ehemaligen Neuwerker Klosterhof in Lützerath wird nunmehr seit mehr als 800 Jahren Landwirtschaft betrieben.
Der Duissener-, Mönchs- oder Wachtmeisterhof in Lützerath
Im Duisburger Ortsteil Duissern entstand im Jahre 1234 ein Zisterzienserinnen-Kloster, welches kurze Zeit nach der Gründung ausgedehnten Grundbesitz in Lützerath erwarb. Die Gebr. Helpenstein erwarben den Hof Ende des 19. Jh.. Durch Heirat gelang der Hof an die Familie Heukamp, die ihn heute noch bewirtschaftet. Der Hof kann auf eine über 700jährige Geschichte zurückblicken.
Der Junkershof war ein Ritterlehen der Edelherren ("Junker") von Wevelinghoven (starben Ende des 14 Jh. aus). Seit 1952 ist der Hof im Besitz der Familie Behren.
Der Rittersitz "Werencerode" (1265: über 700 jährige Geschichte!) als Ausgangspunkt der Siedlung Pesch bildete eine große Insel
1288: Ritter von Werencenrode
ab 1341: Edelherren Hoen von dem Pesch (5 Generationen)
ab 1503: Familie von Schönrath (bei Aachen)
ab 2 Hälfte 17 Jh.: Familie von Bongard (aus Pfaffendorf)
seit 1947: Alleinbesitz bei der Familie Decker
Immerather Windmühle
1780 als Turmwindmühle gebaut. Mitte des 19 Jh. erwarb die Fam. Schurf die Mühle, die 1959 von der Gemeinde Immerath gekauft und restauriert wurde.
Baugeschichte der St. Lambertus-Kirche in Immerath
Bereits 1844 wurde festgestellt, dass die bisherige Kirche für eine 1.200-Seelen-Pfarrgemeinde zu klein sei. Es bestand lange Zeit Uneinigkeit darüber, ob das vorhandene Gotteshaus erweitert oder aber ein Neubau errichtet werden solle. Befürworter eines Neubaus war seinerzeit Pfarrer Tillessen, der 42 Jahre lang in Immerath Pastor war; Gegner war der damalige Bürgermeister Hermann Josef Krapoll. 1886 entschloss man sich schließlich unter Pfarrer Unkelbach und Kirchenvorstandsvorsitzendem Albert Krapoll (gleichzeitig Bürgermeister) für den Neubau. Anfang 1887 beschloss der Kirchenvorstand endgültig, die alte Kirche abzureißen und an deren Stelle den Neubau nach den Plänen des jungen Kölner Architekten Erasmus Schüller zu errichten. Dessen Entwurf sah eine neoromanische Basilika vor. Die Kosten wurden mit 102.000 Mark veranschlagt, woran der Spendenanteil stolze 75.000 Mark betrug.
Ende April 1888 wurde mit dem Abbruch des alten Gotteshauses begonnen und Anfang September 1988 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau. Das Mauerwerk wurde aus Ziegelsteinen errichtet (es wurde dafür eigens Lehm gestochen:Feldbrandziegel) und mit Weiberner Tuffstein verblendet. Der Tuffstein wurde mit 60 Eisenbahnwagen nach Otzenrath gebracht und von dort durch die Immerather Jugend unter Leitung von Lehrer Joerissen nach Immerath transportiert. Die Bauarbeiten schritten so zügig voran, dass die prachtvolle Basilika im Juni 1891 vollendet war. Am 9.7. 1891 fand die feierliche Einweihung durch den Kölner Weihbischof statt.
Handwerk und Gewerbe
Ein großer Teil der Bevölkerung übte bis ins 19. Jh. hinein des Beruf des Tagelöhners aus. Auch der Tagelöhner besaß meist ein Haus und etwas Land.
1798/1801 wohnten in Immerath 30, in Lützerath 3 und in Pesch 14 Tagelöhnerinnen. Das Handwerk war bis zum 18. Jh. in unseren Dörfern nur vereinzelt vertreten. Zu den ältesten Berufen gehörte der des Schmiedes. Jedes Dorf besaß einen Hofschmied. In Immerath wird er bereits 1288 erwähnt. Viele Handwerksberufe sind mittlerweile ausgestorben. Dazu gehören z.B. der des Essers, Stellmachers, Wagen- und Radbauers, des Hammachers oder Sattlers und des Küpers, Böttchers oder Faßbinders. Von Berufsbezeichnungen leiten sich die Familiennamen Esser, Kremer, Küppers, Hamacher, Schmitz, Schröder oder Schneider und Schuhmacher ab. Bis 1858 stieg die Zahl der Handwerksbetriebe erheblich an. Das Handwerk wurde neben der Landwirtschaft und Hausweberei der drittgrößte Wirtschaftsfaktor.
Viele Kleinbauern waren schon im 18. Jh. infolge der ständigen Hofaufteilungen gezwungen, eine Nebenbeschäftigung auszuüben, weil die Scholle alleine sie nicht mehr ernährte. Da lag es am nächsten, seine eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Flachs selber weiterzuverarbeiten. So wurde die Spinnerei und Weberei als bäuerlicher Nebenerwerb gebräuchlich. In unseren Dörfern wurde die Flachs- und Wollfaser versponnen. Immer mehr Töchter aus verarmten Bauernfamilien betätigten sich jetzt als Spinnerinnen und lieferten den Webern das Garn. Die Leinenweberei war ein Handwerk, das 2 Jahre lang beim Meister erlernt werden musste. 1799 gab es in der Bürgermeisterei Immerath 6 Weberfamilien mit 29 Angehörigen.
Die hiesigen Hausweber arbeiteten für die Verlagsgeschäfte oder Manufakturen in den benachbarten Industrieorten. 1855 waren für Rheydter Baumwollverlage in Immerath 11 Webstühle mit 15 Beschäftigten tätig. Am Ende des 19. Jh. verdrängte schließlich der mechanische Webstuhl in den Fabriken den Handwebstuhl und zwang die Hausweber, eine Arbeit in einem Industriebetrieb anzunehmen. 1930 arbeiteten die Weber des hiesigen Raumes in den Textilbetrieben von Wickrath, Odenkirchen, M'Gladbach und Rheydt.
Seit ca. 1560 soll es in Immerath eine Pfarrschule gegeben haben, an der der jeweilige Küster unterrichtete. Um 1810 wurde Jakob Goeres Lehrer in Immerath. Er hatte das lateinische Gymnasium in Jülich besucht. Er mietete am Ortsrand ein geräumiges Schulzimmer. Die 80 schulfähigen Kinder besuchten den Unterricht nur 6 Monate lang. In den übrigen Monaten kamen nur 40 zur Schule. Goeres nahm ca. 96 Taler an Schulgeld ein, von denen er allerdings die Raummiete und die Heizkosten bezahlen musste.
1822 errichtete die Bürgermeisterei ein eingeschossiges Schulgebäude in Massivbauweise. 1825 wurde der Garten des Lehrers in einen GemeindeBaumgarten umgewandelt.
1839 Vollendung des Schulerweiterungsbaues, dessen Kosten die Pfarrgemeinde bestritt.
1840 Schule ist jetzt 2geschossig. Einführung des Zweiklassensystems
1848 Einrichtung einer Näh- und Strickschule
1901 Einführung des 3Klassensystems, bei dem aber nur 2 Lehrer unterrichteten
1904 Wiederherstellung des 2Klassensystems
1935/36 Neubau einer Schule an der Pescher Str. für die Ortsteile Immerath und Pesch
1940 aus der alten Volksschule entsteht die Kleiderfabrik Rix & Co.
1968/69 Umwandlung der Kath. Volksschule Immerath in eine Gemeinschaftshauptschule
Um der Raumnot in der Immerather Schule zu begegnen, richtete die Bürgermeisterei 1858 für Pesch in dem Anwesen des Peter Wackerzapp eine Einklassige Schule ein, die von 41 Kindern besucht wurde. An ihr wirkte als erster Lehrer Theodor Sarrazin. 1861 erhielt der Ort ein Gemeindeschulhaus mit Lehrerwohnung. Die Kath. Volksschule Pesch wurde nach dem Bau der 4klassigen Immerather Schule an der Pescher Str. aufgelöst.
Verkehrsmäßige Erschließung
Ende 1854 wurde der Bau einer neuen Chaussee von Erkelenz über Kückhoven, Holzweiler und Immerath bis zur Jülich-Düsseldorfer Staatsstrasse bei Jackerath angeordnet und 1865 nach Fertigstellung als Bezirksstrasse anerkannt. Mitte 1858 erhielt Immerath eine Postkutschenverbindung nach Erkelenz. Ein sechssitziger Personen-Postwagen befuhr fortan auf der neuen Bezirksstrasse die Strecke Erkelenz-Jackerath. Diese Verbindung wurde erst 1931 eingestellt und durch Omnibusverkehr ersetzt.
Die Bergisch-Märkische Eisenbahn beschloss den Bau einer Eisenbahnlinie von M'Gladbach über Odenkirchen, Hochneukirch und Otzenrath nach Jülich, die 1873 in Betrieb genommen wurde. 1906 stellten Interessengruppen aus Immerath bei der Eisenbahndirektion in Köln den Antrag, zwischen Immerath und Jackerath einen Bahnhof für beide Orte anzulegen. Der Bahnhof Immerath konnte am 1.6.1909 in Betrieb genommen werden. 1979 wurde sie stillgelegt.
Feuer.........
Am Johannistag (24. Juni) 1791 arbeiteten am Spätnachmittag noch viele Einwohner auf den Feldern. Da läuteten zu ungewöhnlicher Zeit die Kirchenglocken und das Brandhorn verkündete den Ausbruch eines Feuers. Die Menschen stürzten auf die Straße. Aus einem Dach an der Rurstraße loderten bereits die Flammen zum Himmel empor. Funken stoben in die Luft und fielen im großen Umkreis herab. Rasch wurde das nächste und übernächste Haus vom Feuer erfasst. Alle Löschversuche waren vergeblich. Die Nacht brach herein. Erst am anderen Morgen ließ sich das ganze Ausmaß der Zerstörung übersehen. 28 Häuser mit Scheunen, Stallungen und Schuppen waren ein Opfer der Flammen geworden. Da am Brandtage West- bis Nordwestwind herrschte, breitete sich das Feuer von der Rurstraße nach Osten aus und erfasste besonders die Häuser an der Jackerather und Pescher Straße.
1847 erfasste ein Großbrand 21 Häuser der Dorfstraße in Pesch und vernichtete daneben viele Wirtschaftsgebäude. Der Ort besaß damals 43 Häuser, von denen also fast die Hälfte ein Opfer der Feuersbrunst wurde. Es war einer der letzten großen Dorfbrände in dieser Gegend.
Pesch erhielt 1835 eine neues Spritzenhaus. Das 1882 in Immerath errichtete Spritzenhaus diente gleichzeitig als Wach- und Arrestlokal.
1826 war es in Immerath üblich, dass der Bräutigam bei seiner Hochzeit einen Brandeimer bzw. einen Teil der Anschaffungskosten stiftete. Der Schreiber der Ortschronik konnte deshalb mit Stolz vermerken: "Bei den Feuerspritzen in Holzweiler und Immerath befinden sich jetzt ca. 50 Brandeimer, während es früher keine gab."
.....und Seuchen
Trotz des Kuhpockenimpfstoffes traten in Immerath 1850 und 1852 wieder Pockenerkrankungen auf. Von Toten wird nicht berichtet. Bei einem Ausbruch 1867 und 1871 sind jeweils 2 Menschenleben zu beklagen, allerdings die letzten, die hier an Pocken starben. Dafür forderte eine Ruhrepidemie - auch 1871 - vier Tote. 1894 wurden im März und April zahlreiche Kinder von einer Diphtherie- und Scharlachseuche dahingerafft. Erst eine systematische Bekämpfung Anfang des 20. Jh. konnte diese "Geißeln der Menschheit" ausrotten.
Als 1675 überall eine verbindliche Biersteuer eingeführt wurde, traf dies die Einwohner des Dorfes Immerath besonders schwer. Denn der Ort besaß damals viele Hausbrauereien und war wegen seines vorzüglichen Exportbieres weit und breit bekannt. Auswärtige Brauereien wehrten sich gegen die Konkurrenz aus Immerath. Dort war bereits im Jahre 1288 ein Brauer (braxator) tätig. Auch in Keyenberg wurde reichlich Immerather Bier getrunken. Der dortige Pastor bewirtete damit die Handwerker, die an der Kirche, Schule und am Pastorat arbeiteten.
Zur Zeit der französischen Besatzung gehörte die Mairie Immerath neben Orten wie Beeck, Doveren, Gerderath, Erkelenz, Loevenich oder Wegberg zum Canton Erkelenz. Anno 1807 wurde jede Bürgermeisterei unter die Lupe genommen, und die Besatzer kamen bezüglich der "Verfassung der Bürger" (= Gewohnheiten, Sitten und Charakter der Einwohner) zu folgendem Ergebnis:
Der Einwohner ist von guter, mittlerer Größe, gut gebaut, ohne robust zu wirken. Seine Gesichtszüge sind kühl und künden eine gewisse Langsamkeit an, wonach er auch handelt. Sein Teint ist angenehm. Die Frauen sind kräftig gebaut und haben wenig Grazie in ihren Umgangsformen. Aber man muss auch sagen, dass die Ursache dafür in einer Überlastung in ihren jungen Jahren zu suchen ist.
Im allgemeinen widmet sich der Bewohner seiner Arbeit mehr aus Pflichtgefühl denn aus Neigung. Er ist ein guter Landwirt, aber ansonsten ein Gewohnheitsmensch. Ihre Häuser sind sauber, aber schlecht eingerichtet. Sie kleiden sich mit guten Stoffen, aber ohne Geschmack.
Die öffentliche Meinung ist gut. Da die Bauern fast alle Eigentümer sind, haben sie alle durch die Abschaffung der Feudalrechte gewonnen. Aber die Priester und die reformierten Mönche unterstützen die Einwohner, die recht abergläubisch sind, in der Vorstellung, das Gebiet werde nicht bei Frankreich bleiben. So hetzen sie die Einwohner gegen die Franzosen auf. Die Einwohner machen viele Wallfahrten, womit sie viel Zeit vergeuden, die sie nützlicher verwenden könnten.